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Photovoltaik - Solar-Lexikon
A
Abkürzung für Ampere. Einheit der elektrischen
Stromstärke.
Absorber (-blech)
Der Absorber ist das Kernstück eines Solarkollektors.
Er nimmt die einfallende Sonnenstrahlung auf, wandelt
sie in Wärme um und gibt sie über ein Rohrsystem
an das Wärmeträgermedium ab. Das Absorberblech
ist aus Kupfer und auf der sonnenbeschienenen Seite
besonders beschichtet, um die Sonneneinstrahlung besonders
effektiv zu absorbieren. Durch die Beschichtung erhalten
die Kollektoren ihre typische tiefblaue Färbung.
Absorption
Aufnahme kurzwelligen Sonnenlichts von einem Körper
und Umwandlung in Wärme.
AC
(AC, engl.: alternating current). Wechselstrom. Im
deutschen Versorgungsnetz kommt der Strom als 220 Volt
Wechselstrom aus der Steckdose.
Akkumulator (Akku)
Zwischenspeicher für den Solarstrom im Inselbetrieb.
Der gewonnene Solarstrom wird, um ihn zu einem späteren
Zeitpunkt nutzen zu können, im Akkumulator zwischengespeichert.
AM
(AM, engl.: Air Mass).
Durch Reflexion, Absorption und Streuung wird die Sonnenstrahlung
auf ihrem Weg durch die Erdatmosphäre vermindert.
Je länger der Weg durch die Erdatmosphäre
ist, um so größer ist die Minderung der Sonnenstrahlung.Der
Faktor AM gibt an, wie lang der Weg der Sonnenstrahlung
durch die Erdatmosphäre ist und wird im Verhältnis
zur Atmosphärendicke angegeben. In Deutschland
wird mit einem AM-Index von 1,5 gerechnet.
Anlagenstillstand
(Stagnation)
Man spricht von Anlagenstillstand, wenn bei geladenem
Speicher und vorhandener
Sonneneinstrahlung keine Förderung des Wärmeträgermediums
in einer Kollektoranlage stattfindet. Der Wärmeträger
verdampft und wird in das Ausdehnungsgefäß
gedrückt. Danach geht die Anlage wieder in den
normalen Betrieb über.
Antireflexschicht
Schicht auf der Oberfläche von Solarzellen und
Solargläsern zur Verringerung der Reflexionsverluste.
Vergleichbar mit der Entspiegelung von Brillengläsern.
Ausdehnungsgefäß
Siehe MAG.
Ausrichtung (Nach
Himmelsrichtung und Neigung)
Eine Solaranlage wird im Idealfall nach Süd-Ost
bis Süd-West ausgerichtet. Sie kann aber auch bei
West- oder Ost-Lagen realisiert werden. Die Photovoltaik-module
können im Bereich von 20° bis 60° geneigt
sein. Kleinere Neigungswinkel erhöhen die Energieausbeute
im Sommer, bei größeren Neigungswinkeln ist
die Ausbeute im Winter höher.
Azimutwinkel
Der Azimutwinkel gibt an, wie viel Grad die Flächen
vom Photovoltaikmodul von der exakten Südausrichtung
abweichen.
Bestrahlungsstärke
Der Strahlungsfluss bzw. die Intensität der solaren
Strahlung. Sie stellt die Leistungsdichte der auf eine
Ebene treffende Sonnenstrahlung dar.
Bypass-Diode
Schutzvorrichtung für PV-Module zur "Umleitung"
des Stromes. Wird parallel zu einer bestimmten Anzahl
von Solarzellen geschaltet, um im Fehlerfall einzelner
Zellen das Gesamtsystem möglichst nicht zu beeinflussen
und den so genannten Hot-Spot-Effekt zu vermeiden.
DC
(DC, engl.: direct current).
Gleichstrom. Solarzellen bzw. Solarmodule erzeugen
Gleichstrom. Da die meisten Verbraucher im Haushalt
Wechselstrom nutzen, wird der gewonnene Gleichstrom
i.d.R. in Wechselstrom umgewandelt.
Deckungsanteil
Gibt den Anteil der Verbrauchsenergie an, der durch
die Solaranlage gedeckt wird.
Diffuse Strahlung
Strahlungsanteil der Sonne, der durch Streuung an den
Luftmolekülen und Wolken indirekt die Erdoberfläche
erreicht.
Direkte Strahlung
Strahlungsanteil der Sonne, der direkt die Erdoberfläche
erreicht. Dies ist der energiereichere Anteil der Sonnenstrahlung.
Dotieren
In das Halbleitermaterial der Solarzelle werden bei
der Herstellung gezielt chemische Elemente eingebracht,
um einen positiven oder negativen Ladungs-trägerüberschuss
zu erzeugen. Ohne eine Dotierung ist eine Solarstrom-erzeugung
nicht möglich.
Dünnschicht-Technik
Materialsparende Herstellungstechnik für Solarzellen.
Hierbei werden photoaktive Halbleiter als dünne
Schichten auf ein Trägermaterial (z.B. Glas) aufgebracht.
Einspeisevergütung
Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss Solarstrom
in Deutschland durch die Netzbetreiber und die Energieversorgungsunternehmen
mit einem festgelegten Betrag vergütet werden.
Der Einspeisevertrag wird zwischen Anlagenbetreiber
und dem Energieversoger für eine Laufzeit von 20
Jahren ab der Installation geschlossen. Bei der Einspeisevergütung
handelt es sich nicht um eine staatliche Subvention
und die Einspeisevergütung ist deshalb nicht steuerfinanziert.
Die Vergütung wird über eine Umlage auf den
Strompreis gedeckt. Im Jahr 2004 betrug der Anteil des
Strompreises, der durch die Vergütungen von Solarstromeinspeisung
verursacht wurde, nur ca. zwei Prozent.
Einspeisezähler
Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen müssen seit
dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit einem Einspeisezähler
ausgestattet sein, der zusätzlich zum Verbrauchszähler
angebracht wird, um die erzeugte und eingespeiste Energie
vergüten lassen zu können. Er misst die von
der Solarstromanlage produzierte und in das öffentliche
Netz eingespeiste Strommenge in Kilowattstunden (kWh).
Emission (von Sonnenenergie)
Abstrahlung des Sonnenlichts von einem Körper.
Beim Kollektor werden 95 % der Sonneneinstrah-lung absorbiert
und nur 5 % emittiert.
ENS
Errichtung zur Netzüberwachung mit zugeordnetem
Schaltorgan. Selbsttätige Freischaltstelle, bestehend
aus zwei voneinander unabhängigen Einrichtungen
zur Netzüberwachung mit jeweils zu zugeordneten
Schaltorganen.
Erneuerbare Energien
Die Energiequellen, die nach menschlichem Zeitmaßstab
unendlich zur Verfügung stehen. Das sind: Sonnenenergie,
Erdwärme, Gezeitenkraft und Biomasse.
Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG)
Regelt die Einspeisung und Vergütung von regenerativ
erzeugtem Strom ins Netz der Energieversorger.
ESG
Ein-Scheiben-Sicherheitsglas
Häufig verwendetes Frontglas von Photovoltaikmodulen
zur Flächenstabilisierung der eingebetteten Zellen.
Europäischer Wirkungsrad
Wirkungsgrad von Wechselrichtern unter realistischen
Lastbedingungen.
EVA
Ethylen Vinyl Acetat. Zelleinbettmasse für PV-Zellen
in PV-Modulen.
Generator
Generatoren wandeln andere Energieformen in Strom um.
In der Solartechnik wird die Gesamtheit der zusammengeschalteten
PV-Module als Generator bezeichnet.
Globalstrahlung
Bezeichnet die auf eine horizontale Fläche auf
der Erdoberfläche auftreffende Sonneneinstrahlung.
Sie setzt sich aus der direkten und diffusen Strahlung
zusammen.
Heizungsunterstützung
Heizungsunterstützung ist die Nutzung der Solarwärme
zur Beheizung des Gebäudes.
Hot-Spot-Effekt
Zerstörung einer Solarzelle durch Hitzeentwicklung
bei Teilverschattung eines PV-Moduls. Der Effekt wird
durch Bypass-Dioden vermieden.
Inselsystem (hier
für Solarstrom/Photovoltaik)
Vom Versorgungsnetz unabhängig betriebene Photovoltaikanlagen.
Der Solarstrom wird im Akkumulator (Akku) gespeichert.
Einsatz an abgelegenen Orten, wo der Anschluss an das
öffentliche Netz nicht wirtschaftlich ist.
Kilowattstunde (kWh)
Maßeinheit für Energie. Die elektrische
Arbeit ist das Produkt aus elektrischer Leistung und
Zeit.
1 kWh = 1000 Watt (W) über die Zeit (h) von einer
Stunde.
Kilowatt peak (kWp)
Einheit der Spitzenleistung eines Solarmoduls unter
Standardtestbedingungen . Wird nur unter optimalen Einstrahlungsverhältnissen
erreicht.
Kollektor
Wandelt die Sonneneinstrahlung mittels eines Absorbers
in Wärme um und überträgt diese an ein
Wärmeträgermedium.
Laderegler
Elektronisches Gerät zur Überwachung und
Regelung der Lade- und Entladevorgänge von Akkus
oder Batterien, z.B. in PV-Inselanlagen.
Leerlaufspannung
Gemessene Spannung an den Anschlussklemmen eines Solarmoduls
(bzw. Solarzelle) ohne Stromfluss.
Leistung
Ist die in einer bestimmten Zeit zur Verfügung
gestellte Energie. Die Einheit ist Watt (W).
Modul
Siehe PV-modul.
Monokristalline Zellstruktur
Silizium in geordneter Kristallstruktur. Basismaterial
von monokristallinen Solarzellen. Gleichmäßige,
dunkelblaue Färbung der Solarzellen. Monokristalline
Zellen haben gegenüber polykristalliner Zellen
einen leicht höheren Wirkungsgrad.
MPP
(MPP, engl.: Maximum Power Point). Arbeitspunkt der
maximalen Leistungsabgabe eines Solarmoduls (Solarzelle).
Neigungswinkel
Einstrahlwinkel der Sonnenstrahlen auf Kollektoren
und PV-Module zur Vertikalen.
Nennleistung
Leistungsabgabe eines Solarmoduls (Solarzelle) im MPP.
Nennstrom
Strom eines Solarmoduls (Solarzelle) im MPP .
Netzeinspeisung
Einleitung des Solarstromes über einen Wechselrichter
in das Netz des Energieversorgers. Vergütung des
eingespeisten Stromes nach dem EEG .
Netzkoppelung
Prinzip von Photovoltaikanlagen, die in das öffentliche
Stromnetz einspeisen.
Optische Verluste
Ist der Anteil der Sonnenstrahlung, der durch den Absorber
nicht aufgenommen werden kann. Verluste entstehen durch
Absorption in der Scheibe und durch Reflexion.
Optischer Wirkungsgrad
Gibt an, welcher Anteil der auftreffenden Sonneneinstrahlung
vom Kollektor in Wärme umgewandelt wird.
Peakleistung
Siehe Kilowatt peak.
Photovoltaik
Photovoltaik ist die Technik der Solarenergie, bei
der Sonnenlicht in elektrischen Strom umgewandelt wird.
Der Begriff setzt sich zusammen aus Photon (griechisch
für Licht) und dem Namen des Physikers Alessandro
Volta (1745-1827).
Polykristallin
Silizium in teilgeordneter Kristallstruktur. Basismaterial
von polykristallinen Solarzellen. Strukturierte, blaue
Färbung der Solarzelle mit für PV-Module typischem
kristallinen Bild. Polykristalline Zellen haben gegenüber
monokristallinen Zellen einen leicht geringeren Wirkungsgrad,
sind aber durch die speziellen Fertigungstechnologien
und den hohen Fertigungskapazitäten für die
PV-Industrie maßgeblich und bieten ein optimiertes
Preis-Leistungsverhältnis.
PV
Abkürzung für Photovoltaik.
PV-Modul
Zusammengeschaltete und verkapselte Solarzellen zur
Erreichung bestimmter Kennwerte und zu deren mechanischem
Schutz.
Reflexion
Die Sonneneinstrahlung, die von einer Oberfläche
zurückgeworfen (reflektiert) wird.
Röhrenkollektor
Siehe Vakuumröhrenkollektor.
Selektive Beschichtung
Beschichtung auf dem Absorber, die einen hohen Anteil
der Energieaufnahme ermöglicht und gleichzeitig
die Emission (Abstrahlung) des Absorbers reduziert.
Silizium
Nach Sauerstoff das zweithäufigste chemische Element
auf der Erde. Basismaterial in der Halbleiterindustrie.
Grundmaterial in der Herstellung von Solarzellen. Silizium
liegt nicht in elementarer Form vor, sondern hauptsächlich
als Verbindung mit Sauerstoff als Quarzsand (SiO2).
Solar
(Solar, lat.: die Sonne betreffend).
Solaranlage (Photovoltaikanlage)
Systeme zur Umwandlung der Sonnenstrahlung in nutzbare
Energie in Form von Wärme oder Strom.
Solarer Deckungsanteil
Siehe Deckungsanteil.
Solargenerator
Siehe Generator.
Solarmodul
Siehe PV-Modul.
Solarstrom
In Solarzellen direkt erzeugter Gleichstrom.
Solarthermie
Die Umwandlung von Sonnenstrahlung in direkt nutzbare
Wärme.
Solarzelle
In Solarzellen werden unter Zufuhr von Licht oder Wärme
positive und negative Ladungsträger freigesetzt
(Photoeffekt) und si Gleichstrom erzeugt.
Stillstandstemperatur
Temperatur im Kollektor an der wärmsten Stelle
am Absorber, wenn keine Energie entnommen wird.
Standardtestbedingungen
(STC)
(STC, engl.: Standard Test Condition).
Um verschiedene PV-Module bzw. Solarzellen miteinander
objektiv vergleichen zu können, wurden für
die Ermittlung der Solarmodul- bzw. Solarzellenkennlinie
einheitliche Test-Bedingungen wie folgt festgelegt.
1. Eine Einstrahlung E von 1000 W/m²
2. Eine Zelltemperatur T von 25°C mit einer Toleranz
von ± 2°C
3. Ein definiertes Lichtspektrum AM = 1,5
Systemnutzungsgrad
Verhältnis vom Solarertrag zur Einstrahlungssumme.
Bewertet die Effizienz der gesamten Solaranlage.
Temperaturkoeffizient bei Photovoltaik
Mit zunehmender Temperatur sinkt der Wirkungsgrad der
Photovoltaik. Dieses Verhalten wird mit dem Temperaturkoeffizienten
beschrieben und ist je nach PV Technik unterschiedlich.
Je geringer der Temperaturkoeffizient der Solarzelle
oder des Photovoltaik Solar-Moduls ist, desto weniger
fällt die Leistung des Solargenerators (Photovoltaik-Modul)
in einem heißen Sommer ab.
Thermische Solaranlage
System zur Umwandlung der Sonnenstrahlung in nutzbare
Energie in Form von Wärme.
V
Abkürzung für Volt. Einheit der elektrischen
Spannung.
Verschattung
Schatten auf Solaranlagen durch Dachaufbauten oder
Bäume führen zu Ertragsverlusten bei Solaranlagen.
W
Abkürzung für Watt. Einheit der elektrischen
Leistung.
Wechselrichter
Gerät zur Umwandlung der Solar erzeugten Gleichspannung
in eine netzkonforme Wechselspannung zur Nutzung und
Einspeisung ins öffentliche Stromnetz.
Wirkungsgrad
Verhältnis der nutzbaren Energie zur eingesetzten
Energie
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